Herzratenvariabilität (HRV)

Ist das Herz „intelligenter“ als das Gehirn?

Das Herz ist mit einer Leistung von 2,4 Watt die stärkste
elektromagnetische Kraftquelle im Organismus. Das erzeugte Reizfeld
lässt sich in allen (!!!) menschlichen Zellen nachweisen, was Mediziner
wie selbstverständlich nutzen, wenn sie die Herzströme (EKG) messen. Das
elektromagnetische Feld wird auch bei Hirnstrommessungen (EEG)
abgeleitet. In sprachlichen Floskeln spiegelt sich die Wahrnehmung
vieler Menschen wider: Es liegt Spannung im Raum.

Innerhalb des Organismus sind die elektromagnetischen Wellen des Herzens stärker
als die des Gehirns. Es treten Missempfindungen und Symptome auf, wenn
die im Körper erzeugten Schwingungen (Herz, Gehirn, Atmung) nicht im
Gleichklang sind. Umgekehrt treten bei Gleichklang (Kohärenz,
Stimmigkeit), Wohlbefinden, Flow, Kreativität und andere günstige Zustände auf.
Wir glauben, mit Hilfe unseres Bewusstseins alles kontrollieren zu können.
Tatsache ist jedoch, dass unser Bewusstsein nur einen winzigen Bruchteil aller im Organismus
verarbeiteten Informationen (Reize) erfassen kann. Das meiste erledigt der Organismus,
ohne dass das Bewusstsein es merkt.
Dagegen reagiert das Herz auf viele (unbewusste) Reize (z.B, im Schlaf), so dass
es unter diesem Gesichtspunkt durchaus intelligenter ist als das Bewusstsein.

Entsprechendes gilt auch für die Reaktionsgeschwindigkeit, hier hingt das Bewusstsein
immer den körperlichen Prozessen nach. Hinzu kommt, dass im Gehirn
diejenigen Teile, die autonome Prozesse steuern oder von ihnen angeregt
werden, längst aktiv sind, bevor die gleichen Signale auch die
bewusstseinfähigen Gehirnbereiche erreichen.

Die HRV lädt ein, Gesundheit als Ausdruck optimalen Zusammenwirkens
(Anpassungsfähigkeit) zwischen ihrem Organismus und der Umwelt zu
verstehen.

Wo diese Interaktionsfähigkeit nicht erreicht wurde, entsteht Stress.
Dagegen äußert sich optimale Passungsfähigkeit, als Flow. Im Flow
scheint man gleichsam in der Situation aufzugehen, alles geht wie von
selbst. Es entstehen Gefühle von Glück und Zufriedenheit, man erlebt
sich im Gleichklang mit sich selbst und der Umwelt (Resonanz).

Das lässt sich mit Hilfe der HRV-Messungen quantitativ erfassen und beschreiben.

HRV liefert eine messbare biologische Bezugsgröße für Stresstoleranz und
Funktionstüchtigkeit. Auf dieser Grundlage lässt sich die menschliche
Anpassungsfähigkeit optimieren (Biofeedback). Jeder Mensch ist in der
Lage seinen Herzrhythmus selbst zu beeinflussen.

Gefühle und Emotionen haben einen tiefgehenden Einfluss auf das Gleichgewicht
unseres autonomen Nervensystems und auf den Rhythmus unseres
Herzschlages. Unter Einfluss negativer Emotion – Frustration –
verläuft die Herzfrequenz inkohärent, d.h. unharmonisch, die Homöostase
ist gestört (Gleichgewicht der Lebensfunktion).

Ein weiterer Kernpunkt ist die Frage, wie ein Mensch eine höhere
Leistung erbringen kann, obwohl diese Person unter Stress steht. Die
wesentlichen Resultate waren, dass dieser Kernpunkt im Herzen liegt und
dass die HRV der wichtigste Indikator dafür ist.

Unser Herz kommuniziert nicht nur mit unserem Gehirn, sondern auch mit dem
Rest des Körpers. Der Informationsaustausch erfolgt über unser Nerven-
und Hormonsystem.

Jeder Mensch ist in der Lage, die Verbindung zwischen Herz und Gehirn selbst
zu beeinflussen. Erfolgt dies im positiven Sinne, führt es zu
bemerkenswerten Verbesserungen der Gesundheit, des Wohlbefindens und der
Leistungsfähigkeit.

Damit ist die HRV ein Maß für die allgemeine Anpassungsfähigkeit „Globalfitness“
eines Organismus.

Wie steht es mit Ihrer Globalfitness?

Wem dies noch zu abstrakt klingt, dem ermöglicht vielleicht das folgende
Bild aus der Technik eine gewisse Vorstellung: Das Herz ähnelt in
seiner Leistungsfähigkeit einem Auto mit vielen Gängen. Je nach
Situation kann das Auto durch Tritt auf das Brems- bzw. Gaspedal
beschleunigt oder verlangsamt werden. Wie gut so etwas gelingt, hängt
nicht zuletzt von der Zahl der zur Verfügung stehenden Gänge ab. Ein
Fahrzeug, das nur über die beiden mittleren Gänge verfügt, hat weitaus
weniger „Variabilität“ in seinen Fahreigenschaften als eines mit sechs
Gängen. Es wird sowohl bei steilen Bergtouren als auch bei schnellen
Fahren in der Ebene erhebliche Schwierigkeiten haben.

Ähnlich ist es beim Herzen, wenn dessen HRV eingeschränkt ist. Menschen mir
eingeschränkter HRV funktionieren deshalb nur in einem engen Bereich
und werden durch größere Lebensschwankungen rasch überfordert. Sie
erleben dies als Stress, also ein Missverhältnis zwischen momentanen
Anforderungen einerseits und den zur Verfügung stehenden
Bewältigungsmöglichkeiten andererseits.

„Variabilität“ ist nicht nur eine Eigenschaft des Herzens, sondern ein Lebensprinzip.

RSA - Respiratorische Sinusarrhythmie

Wie hoch ist Ihr biologisches Alter?

Die RSA ist ein anerkannter Leittest der HRV-basierten,
kardiovagalen Funktionsprüfung in Klinik und Praxis.

Die RSA beschreibt die atemsynchrone Schwankung der Herzfrequenz. Während
des Einatmens sind an den Organismus höhere Verarbeitungsanforderungen
gestellt, als beim Ausatmen. Der gesunde Organismus beantwortet diese
schwankenden Erfordernisse mit erhöhter Herzfrequenz bei der Inspiration
und niedrigerer beim Ausatmen.

In den letzten Jahrzehnten wurde besonderes Gewicht auf die Messung der
Kopplung von Herz und Atmung gelegt, um so den Grad der
Kohärenz/Synchronisation von Herzrhythmus und Atemfrequenz bestimmen zu
können.

Festgestellt wurde, dass bei so komplexen Reaktionen wie Liebe oder Dankbarkeit, die
mit der emotionalen Reaktion der Freude verbunden sind, eine messbare
Synchronisation der Rhythmen von Herz und Atmung erfolgt. Diese
Balance zwischen Atmung und Herzschlag verschwindet jedoch bei
Reaktionen wie Hetze, Ärger oder Angst, die mit vermehrter Ausschüttung
von Stresshormonen einhergehen.

Nach Studien in den USA sind dadurch Depressionen, Herzerkrankungen, Asthma,
Angststörungen und Schlaflosigkeit günstig beeinflussbar. Die
Verbesserung der Kohärenz von Atmung und Herz kann auch beim Abbau von
Stress und Angst beitragen, bzw. im Alltag gelassener zu reagieren.

 

Huber & Kieswimmer Gemeinschaftspraxis für Naturheilkunde
Heilpraktiker / Sportphysiotherapeut Psychotherapeut / HPG
Sportheilkunde & Chiropraktik
Strukturelle Osteopathie & Myoreflextherapie

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